Solaranlage Adria Twin Supreme 640 SGX installieren 2


Der Wunsch:

Adria bietet nun auch ab Werk für die Twin Supreme und Plus Modelle eine Solaranlage mit 120 Watt Leistung für 999 € an. Für uns etwas zu teuer und Ziel war es eigentlich, 2 x 100 Watt Module aufs Dach zu bekommen um möglich lange mit den zwei Boardbatterien Autark zu sein. Nachdem ich das Dach des Adria vermessen hatten, war das Maximale 160 Watt zwischen Pilslüfter, Dachreling und Heki‘s. Notfalls würde noch im hinteren Bereich Platz für ein 100 Watt Panel sein, aber den wollte ich für eine evtl. Sat-Anlage frei halten und 160 Watt, sollten eigentlich reichen. Die Anleitungen zur Berechnung im Internet ließ ich mal bei Seite, zu viel blahblahblah und besser 160 Watt als gar nix. So besorgte ich mir im Vorfeld folgende Dinge:

Das Material

  • Solarpanel 160 Watt Monokristallin von Solartroncis für 92 €
  • Victron Smartsolar MPPT Laderegler 75/15 inkl. Bluetooth für 115 €
  • 2 x Solarpanelhalter 68 cm und 2-fach Kabeldurchführung von Offgridtec für 50 €
  • Sika Klebeset bestehen aus Sikaflex 252, Reiniger 205, Primer 210 und ein Schleifvlies für 45 €
  • Anschlusskabel 6 mm2 8 Meter lang einseitig mit MC4 Stecker / Buchse zum Anschuss des Solarpanel für 24 €
  • Lackstift schwarz 2 €
  • Ringkabelschuh gelb M8 gelb für Anschluss an die Batterie 4 €
  • Abstandshalter Aluminium außen 20 mm, innen 6,5 mm und 5 Millimeter Stärke 8 €
  • Batteriekabel 1 Meter als Reserve 6 mm2 für 3 €
  • Sicherungshalter mit Anschlusskabel 4mm 2 zum Absichern des Solarregler an die Batterie 4,50 €

Also alles zusammen für ca. 350 €

  • Zusätzlich noch, falls das Sikaflex nicht reicht, eine Sikaflex 221 für 10 €
  • Crimpzange für unisolierte Endhülsen mit Satz Aderendhülsen für 20 € und gut im Haus zu haben
  • Crimpzange für isolierte Kabelschuhe mit Satz Kabelschuhe für 30 € und gut im Haus zu haben
  • HSS Stufenbohrer schon für Radio gekauft für 8 €  

Die Vorbereitung und Planung

Bevor ich das Panel installierte, machte ich mir Gedanken über die Leitungsverlegung, was wohl der größte Akt werden sollte. Den Plan im Schrank hinter der TV-Verkleidung hinunter zu kommen und dort die Leitungen zu verlegen, gab ich auf. Die Reling auf dem Dach ließ es nicht zu, im Schrank eine Bohrung zu machen, um die 2-fach Kabeldurchführung auf dem Dach zu befestigen, da der Schrank nicht tief genug in den Raum ragte. Die einzige Möglichkeit war oberhalb des Kühlschranks, der ragte weit genug in den Raum um unauffällig ein Loch durch das Dach zu bohren und von dort die Kabel zu verlegen. Auch war hinter dem Küchenschrank eine Blende, die vom Kühlschrank bis zur B-Säule reichte, um dort am Gurt zur Batterie zu kommen.

Die Installation

Erste Arbeiten

Als erstes befestigte ich die Spoiler an das Solarpanel, aber nur mit 2 der fünf Schrauben auf jeder Seite, Plan war es noch 5 mm starke Distanzringe zu unterlegen, um so auf 1 cm Platzreserve zu kommen, falls das Panel mal getauscht werden muss. Alle überprüften 160 Watt Panelmasse waren zwischen 148 und 149 cm lang. Das Wetter spielte nicht mit und so wurde das Panel erst mal aufs Dach gelegt und dort belassen.

Ich entfernte als erstes ein paar Blenden in den Schränken die Hilfreich sein könnten. Dann kam der Kühlschrank dran, wobei der Ausbau flott ging, innen vier Schrauben lösen und nachdem ich den etwas herausgezogen hatte, den Stecker abklemmen. Und vorsichtshalber mal die Sicherungen raus machen 😉 .

Die Überraschung

Über dem Kühlschrank war eine Dose an die Decke geschraubt, eine Art Lampenauslass, komisch. Da ich von oben bohren wollte und nicht wusste was ich dort kaputt machen könnte, schraube ich das Teil mal ab und siehe da, dort waren zwei dicke Kabel von 6 mm2 auf einer Klemme, an der nichts angeschlossen war. Sollte dies vielleicht eine Vorbereitung für die Solaranlage von Adria sein 🙂 . Ich suchte beim EBL und bei den Batterien nach den beiden Kabeln und siehe da, ein rote Kabel mit einem Solarpanelaufkleber fand ich. Das schwarze Minus fand ich wenig später schon angeschlossen an einer Lüsterklemme, welches ich dann entfernte. Mit dem Messgerät überprüfte ich die Kabel um sicher zu sein, dass dies auch wirklich die Kabel sind, aber die kamen direkt am Sitz aus einem Rohr hinaus. Das Messen bestätigte meine Vermutung, geil, Adria macht es einen schon leicht und die denken echt mit, auch wenn es keine Informationen darüber gab.

Nun versuchte ich die Kabel weg vom EBL und hin zu den Batterien zu bekommen. Das Entfernen der Seitensitzverkleidungen half mir nicht das Rohr zu finden. Ich entfernte die untere Verkleidung der B-Säule, aber ich fand viele Klemmen, jede Menge Sicherungen (gut zu wissen) und Kabel inkl. Rohre.

Leider fand ich auch hier das Rohr mit den beiden 6 mm2 nicht 🙁 . Ich wackelte etwas mehr an dem Rohr und unter dem Boden beim Beifahrersitz spürte ich das Rohr welches ich dann mit Hilfe eines Drahts nach außen zu den Batterien zog.

Solarregler und Batterieanschluss

Nun war der batterieseitige Anschluss des Solarreglers an der Reihe. Dazu krimpte ich an der einen Seite des Sicherungshalter einen Ringösenkabelschuh und auf der anderen Seite eine Aderendhülse. Von einem Stück des vorverlegten schwarzen Kabel nahm ich mir ein Stück und machte dort die gleiche Aktion. Nun klemmte ich die Ringöse des schwarzen Kabels den Masse Pol der Batterie, was nicht kritisch war.
Dann kam der kritische Teil, den Pluspol des Sicherungshalter an die Batterie anschließen, da ich nicht mit dem Maulschlüssel und dem Pluskabel das Metall des Sitzes berühren durfte. Auch wenn ich das Kabel vom Pol gelöst hatte, war dieses noch mit der anderen Batterie verbunden. So verklebte ich erst mal alles Metall in der Nähe mit Stoffresten in Kombination mit Folie ab. Dann vorsichtig das Kabel vom Pluspol lösen und das Sicherungskabel mit auf die Batterieschraube legen, geschafft 🙂 . Nun den Minus und den Pluspol der Kabel mit dem Solarregler verbinden. Nach dem Einsetzen der Sicherung fing der Solarregler an zu blinken und ich konnte mich über Bluetooth schon an der Eingabe der Standard PIN 000000 und nicht 0000 wie vorgeschlagen verbinden. Den Status der Batterie sah ich so schon mal in der App. Ich kontrollierte die Einstellungen und wählte als Batterie AGM aus.

Die Installation des Panels

Nachdem die Installation am geplanten Feiertag ins Wasser gefallen war, weil es wirklich den ganzen Tag geregnet hatte, machte ich mich am Folgetag an die Installation des Panels, bei der ich mir viel Zeit nahm. Ich musste fürs Verkleben auf meine Frau warten, die erst abends von der Arbeit zur Verfügung stand, weil alleine das Panel mit den Spoilern um die 15 Kilo wog. So startete ich bei Sonne mit dem Einsetzen der Distanzringe, um die gewollten 5 mm Reserveabstand pro Seite zu erreichen.

Auch die restlichen Schrauben schraubte ich hinein und sicherte diese von vorne, sowie von der Hinterseite etwas mit dem Lackstift, der eh vorhanden war. Dann war das Loch im Dach durchs Blech bohren an der Reihe. Ich bohrte von unten erst mit einem kleinen Bohrer ein Loch, kontrollierte den Austritt oben, welcher Perfekt war. Dann bohrte ich mit einem dickeren Bohrer nach. Die Kabel die unten von der Batterie kamen schob ich zur Seite und sicherte diese mit einem Draht. Nun kam von oben der HSS Stufenbohrer zum Einsatz und dieser ging wie Butter durch das Blech. Ich erweiterte das Loch auf 22 mm, um dort etwas Rohr spann in das Loch einsetzen zu können. Das Loch behandelte ich mit etwas Schleifpapier und schützte es gegen Rost indem ich zweimal Lack aufbrachte.

Da ich Zeit hatte, verband ich alle Kabel miteinander und machte einen Funktionstest und siehe da, die Batterien wurden geladen. Diese war aber schon in kürzester Zeit wieder voll 🙂 .

Als nächstes richtete ich die Panel auf dem Dach aus, wobei dies schon das Maximum an Größe war welche drauf passten und ich markierte den Spoiler mit Klebeband, um die Fläche die zu behandeln war zu erhalten. Nun die Klebeflächen etwas mit dem Schleifpad anschleifen, reinigen und ein zweites Mal diesmal mit Aktivator reinigen. Dabei sah man nicht wirklich eine Veränderung.

Nach gut dreißig Minuten war der Primer an der Reihe und dieser raute den Kunststoff schon arg an und auch das Blech fühlte sich etwas anders an. Nachdem Isabelle herbei kam, brachte ich das Sikaflex auf die Unterseite der Spoiler auf und drehte die Spoiler mit Isabelle richtig herum. Diese legten wir aber zuerst auf zwei Kartons ab, damit die Klebestellen nicht mit dem Dach in Berührung kamen. Isabelle stabilisierte dann von der anderen Seite des Daches mit zwei Händen das Panel, während ich mit einer Hand die Kartons entfernte. Dann wurde das Panel langsam auf das Dach des Ducato abgelassen und nur leicht angedrückt, da 2mm Mindestdicke vorgegeben waren.

Da beim Kastenwagen ist das Dach nicht ganz eben war, brachte ich auch schon an den Rändern mehr Sikaflex auf als in der Mitte. Wir zogen das Klebeband ab und zogen die Ränder etwas ab. Nun war noch die Dachdurchführung festzumachen. Hierzu fixierte ich das Rohr in dem Loch mit Sikaflex und nachdem ich die Kabel, bei denen ich vorher die MC4 Stecker abgeschnitten hatte dann im Loch verschwanden, wurde das Rohr auch noch mit Sikaflex gefüllt. Dann die Dachdurchführung aufbringen und mit Tape fixieren. Das Sikaflex was die Dachfläche etwas versaute, konnte man gut mit einem Lappen entfernen solange es noch nicht getrocknet war. Somit war die Installation für heute abgeschlossen.

Die Abschlussarbeiten

Samstag regnete es den ganzen Tag, so dass ich im Wageninneren meine Arbeiten fortsetzen konnte. Ein Blick von oben auf unsere Tätigkeiten sah schon mal echt gut aus 🙂 .

Zuerst krimpte ich andere Stecker und Kupplungen auf die Kabel und verband diese. Dann wurde die Abdeckung wieder aufgesetzt und der Kühlschrank eingebaut.

Die Leistungsanzeige des Solarreglers war um die 5 Watt 🙁 . Schnell den Code für den Solarregler noch ändern, damit kein anderer mir die Batterien braten kann 😉 . Am nächsten Tag war die Leitung am Morgen schon um die 100 Watt, geil 🙂 . Als letztes waren noch die Kabel in der Dachdurchführung zu verschrauben und eine Kontrolle unter das Panel ob der Kleber sich gut herausgegrückt hatte.

Nun war nur noch der Solarregler auf ein Brett anzubringen und dieses mit Kabelbinder zu befestigen.  Deckel zu und Projekt beendet. Im Großen und ganzen hätte ich mit der richtigen Anleitung mir im Vorfeld nicht so viele Gedanken machen müssen. Zeitaufwand war gut ein 1,5 Tage alleine und einmal etwas Unterstützung beim Auflegen. Ich würde es wieder machen, da das Ergebnis mir gefällt und von den Kosten mit 350 € schon sehr moderat war.             


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2 Gedanken zu “Solaranlage Adria Twin Supreme 640 SGX installieren

  • Patrick

    Hallo Joachim,

    Sehr interessanter Beitrag! Bin selber mitten in der Solarplanung und gut zu Wissen, dass Adria schon Kabel vorverlegt hat. Hat der Händler sich geäussert wie es mit der Dichtheits-, oder sonstige Garantieansprüche aussieht bei eigenen Umbaumassnahmen? Bin noch ab abwägen ob ich aus GarantieGründen den Händler bohren und abdichten lassen soll.

    Beste Grüsse,
    Patrick